Ende März 2026 – Gedanken über den Status Quo und HSP

Frankie offenbart mir Sichten. Oberflächliche Menschen kommentieren mit „Whow, Schön“. Das war’s dann auch. Überflieger rauschen dran vorbei ohne jeglichen Kommentar. Detailverliebte und Vorsichtige sehen ihn weidwund zerlegt und sagen zweifelnd „das kannst Du alles wieder zusammenbauen? Meine Güte“. Und wenden sich ab.

Dann gibt es noch welche, die würden genauer schauen, sehen das alte Leder, die alten Bedienelemente, das dünne Lenkrad, atmen den Geruch dieser vergangenen Zeit ein und halten inne. Wenn dann das erste Mal der Gedanke an eine Zeitreise entsteht, dann weiß ich, „sie“ hat es verstanden. „Sie“ hat einen Teil meiner Beweggründe verstanden. Dieses Erlebnis würde ich mir wünschen.

Menschen, welche diese Geschichte und den Menschen dahinter verstehen. Welcher verrückte zieht schon ein altes, zerlegtes Auto über 300 km nach Hessen? Frankie ist ja nochmal umgezogen, weil der erste Stellplatz zu feucht war. Der Mensch dahinter gibt offenbar nicht so schnell klein bei. Und versucht dabei sich Gelassenheit. Nein. Es sind oft schlaflose Nächte, weil dieses Monster nur Geld frisst ohne sich zu bewegen.

Mittlerweile geht die Zeit der Trennung von der Hirnkranken in den vierten Jahrestag und ich glaube Land zu sehen. Ich wünschte mir wirkliches Land. Nicht Treibsand, sondern festen Boden.

Das Fundament darunter ist – um auf die große Vielfalt Deiner Frage „Was gibt dir heute im Alltag am meisten Halt oder auch Freude?“ einzugehen – auf jeden Fall der Zustand von Gesundheit und der daraus entstehenden Lebenskraft.

Was gibt mir den meisten Halt? Gestern habe ich darüber nachgedacht, denn ich bin auch dankbar für solche Fragen. Wenn ich mich dazu frage, was ich dabei „spüre“, bei dieser Frage, dann gibt es eine Antwort von ganz innen heraus.

Die Antwort ist „meine über das Leben erlernte Resilienz und eindeutig auch die Hochsensibilität (HSP), über deren Existenz in mir sich mein ganzes Leben doch enorm verändert hat. HSP war so wie eine Erkältung für mich. Ich suchte Erklärungen über meine Gedankenwelt, fand aber nur die für mich nicht zufriedenstellenden Antworten in ein „Nein, das bin ich doch nicht“.

Aber immer mehr kam es dann durch. Das „andere“ Gefühl. Dieses zuerst gehasste, „dritte Auge“ der Seele.

Ich stand dann immer bei mir mit dem Gedanken „Verdammte HSP, lass mich doch in Ruhe, warum plagst Du mich so? Muss das denn jetzt sein, dass es ganz innen auch noch weh tut? Warum kann ich nicht einfach weitergehen, wie andere, sich einmal schütteln, diese blöde viel zitierte „Krönchen“ suchen und wieder aufsetzen?“

Irgendwann, gerade in der Zeit in der Klinik, mit den insgesamt 5 Operationen, kam dann eine weitere Einsicht. Ich habe soviel Leid auch gesehen, junge und alte Menschen die kurz vor dem Sterben waren, alte Menschen, die das Leben gekennzeichnet hat und dies mit Würde und auch mit stiller Verzweiflung tragen und meine irgendwo versteckte Resilienz. Auch Menschen, die es mental nicht schaffen. Aggressiv werden und / oder sich extrem vernachlässigen.

Eigene Vernachlässigung ….

Das war auch der zentrale Satz einer Psychologin. Sie sagte zu mir „ich habe ja schon die Schicksale vieler Menschen mit angeschaut und erlebt, wie sie diese bewältigt oder nicht bewältigt haben. Aber ich sei schon aus ihrer Sicht ein „besonders zäher Hund“ und ein Musterbeispiel  an Resilienz.. Sie hat sich in der Zeit, wo sich mich begleitet hat, nach dem Burnout, oft über meine Lebensfreude gewundert. Ich mich auch, denn in mir war trotzdem noch viel Verzweiflung, massive Angst wie es weitergehen kann. Oft war diese Lebensfreude aufgesetzt um nicht die Blöße der Peinlichkeiten anderen gegenüber zu offenbaren. Wie ein Zimmer, wo man die Tür schließt, wenn Gäste kommen.

Es hilft nichts, die Kunst des Lebens besteht nicht darin, daran zu verzweifeln. Das sagen oft nur diejenigen, denen es gut geht.

Ja, also Resilienz, geliebt zu werden, Aufrichtigkeit, Warmherzigkeit und Barmherzigkeit, meine Fähigkeit immer noch vorbehaltlos aber tastend mich auch einen Menschen einzulassen und jeden Tag als neues Geschenk und Aufgabe zu begreifen. Das Vertrauen meines Sohnes in mich, der mir das größte Geschenk wieder zurück gab.

Manchmal bin ich nur dankbar. Da muss ich nicht mal genau wissen, wofür.