Der kriegt die Blase nicht leer

Ich kämpfe gerade oder immer oder noch gegen die Langzeitfolgen von nahezu 3 Jahre Bettlägerigkeit verursacht durch die Diagnose „der kriegt die Blase nicht leer“ meines Urologen, der eher ein Uro-Lügner war.

Weil dieser Idiot mich ab 2022 in fünf Operationen getrieben hat, wobei die letzten beiden ein kompletter Kehrt-Schwenk gegen seine Ansichten war. Nach der dritten OP am Blasenhals in Fulda hatte ich so richtige Bedenken, wenn man das mal so sanft beschreiben kann.

Krankenhauskeim inklusive, 2 Wochen länger als geplant auf Station mit bis 41,6 Grad Fieber, danach „erfolgreich entlassen“ und schon auf dem Weg zum Parkplatz gemerkt, das war wohl eher nicht der Fall. Ich musste dabei sarkastisch an den Witz von der Polonaise im Altenheim denken.

Woran erkennt man die Polonaise im Altenheim? Antwort; An der Urinspur auf den Gängen.

Meine Undichtigkeit hat zu einem heftigen Zerwürfnis geführt und final endete es in dem Satz „es ist mein Körper und darüber entscheide immer noch ich“. Ja, Stier und vielleicht auch noch irgendwo berufliches Alphatier.

Irgendwann war es auch genug. Über zwei Jahre einen Katheter in der Blase, durch die vordere Bauchwand gestochen und damit leben im Dauerschmerz. Es war der Horror. Erst zweimal Klinik Gelnhausen, jedesmal wieder nach 2 bis 4 Wochen Harnröhre komplett dicht. Wieder den Katheter in die Blase gerammelt bekommen, von vorn durch die Bauchdecke.

Fulda hätte einen nächsten OP-Termin im Februar 2026 angeboten. „Die spinnen wohl“ war noch eine meiner freundlichen Aussagen dazu. Schnippeln einen kaputt, verpassen einen den Keim – ab 42 Grad verklumpt das Eiweiß im Blut und dann ist Ende Gelände – und sagen dann lapidar, man solle doch mal in einem Jahr wieder anfragen.

Ich hatte unendliches Lebensglück, in Essen auf den Mai 2025 eine direkte Zusage zur OP zu bekommen. Von der Klinikleiterin. Als Kassenpatient. Dann nochmal eine direkt einen Monat später, nochmal Essen, da dann die richtige Nummer. Insgesamt also 3 in 2025, vorher zwei in 2024 am Blasenhals im MKK Gelnhausen, dazu noch zwei Unfälle in 2025 auch als Bonuspack obendrauf.

Einen direkt am Tag vor der vierten OP in Essen, da ist mir eine junge Tusse von hinten auf meinen Smartie aufgefahren. Nun denn, gleich am Folgetag auf den OP Tisch. Auch Smartie war ein Fast-Totalschaden im Heckbereich, den hat es nett zusammengeschoben. Der war dann auch noch mein Patient. Het er sich verdient, ist schon seit fast 10 Jahren mein „der fährt immer“ Stadt-Rutscher.

Irgendwie lasse ich also in meinem Leben nichts unangetastet an Lebenserfahrungen. Auch deswegen, weil mit recht großer Wahrscheinlichkeit die damalige Diagnose meines Urologen eine Fehldiagnose war. Es war „nur“ eine verschleppte Blasenentzündung durch die Zeit im Wohnmobil und den Keimen aus den Schwimmbädern in denen ich im Sommer war.

Und das war ein heftiger Denkfehler von ihm, mir diese Diagnose zu verpassen. Eigentlich war alles falsch, was damals unter diesem Vorzeichen begonnen wurde. Und das man(n) dann solche grundlegend versalzenen Suppen nicht einfach wegschütten kann, sondern mühsam auslöffeln muss, das habe und musste ich auch erst gnadenlos gottseidank 4 Minuten vor 12 lernen dürfen.